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Bedeutung von Kirchen als Fledermausquartiere
Kirchen stellen einen extrem wichtigen Quartiertyp zahlreicher Fledermausarten dar. Denn die meist alten Kirchengebäude bieten Quartiere, die immer seltener werden:
Große, unausgebaute, nicht isolierte und ruhige Dachstühle, die relativ dunkel sind und in denen Fledermäuse ohne Störungen durch Menschen den Tag verbringen und im Sommer ihre Jungen bekommen und aufziehen können.
Dies gilt sowohl für die Dächer der Langhäuser als auch für Kirchtürme.
Für das Überleben vieler vom Aussterben bedrohter heimischer Fledermausarten, z.B. des Mausohrs, des Grauen und des Braunen Langohrs ist es ausschlaggebend, dass diese Quartiere erhalten bleiben! Dazu gehört selbstverständlich auch, dass Einflugöffnungen wie offene Fenster unbedingt geöffnet bleiben müssen!
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Ein heimlicher Bewohner von Dachstühlen: das Graue Langohr. Bild: Christian Dietz
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Fledermäuse und Renovierungsmaßnahmen
Unsachgemäße Renovierungsmaßnahmen an Fledermausquartieren in Kirchen stellen eine sehr große Gefahr für dort lebende Fledermäuse dar. Gefahrenquellen bestehen in:
Direkter Zerstörung der Quartiere und Verschließen der Einflugsöffnungen. Gefährdung der Tiere durch direkte Störungen am Hangplatz, sei es durch direkte Arbeiten im Quartier oder aber durch schwere und laute Arbeiten am Baukörper! So stellen Sandstrahlarbeiten, das Abklopfen von Putz usw. auch außerhalb des eigentlichen Quartieres (z.B. am Kirchturm in einer Entfernung von mehreren Metern zu einem Hangplatz im Langhaus), eine schwere Beeinträchtigung der Tiere dar. Denn der bei den Arbeiten herrschende Lärmpegel, die Frequenzen und Vibrationen unterscheiden sich extrem von den Tönen, an die Fledermäuse (deren Hörvermögen das menschliche um ein Vielfaches übertrifft) gewöhnt sind. Fledermäuse sind sehr störungsempfindliche Tiere! Dies gilt insbesondere, wenn es sich um eine Fortpflanzungskolonie handelt. Hier können solche Störungen zum Tod von Jungtieren führen, wenn Muttertiere aufgrund der Störungen das Quartier verlassen!
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Aufgrund der hohen Bedeutung von Quartieren in Kirchengebäuden für vom Aussterben bedrohte Fledermäuse müssen zum Schutz der Tiere folgende Grundregeln bei der Renovierung von Kirchen eingehalten werden:
Informieren Sie bitte bereits im Planungsstadium die zuständige Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt. Im Landkreis FDS ist dies: Landratsamt Freudenstadt Bau- und Umweltschutzamt Untere Naturschutzbehörde Herrenfelder Str. 1472250 Freudenstadt
Ihre Kirche muss im Vorfeld von Bauarbeiten von einem ausgewiesenen Sachverständigen für Fledermausschutz auf evtl. Fledermausvorkommen untersucht werden. Diese Untersuchung erfolgt kostenlos! Gibt es in Ihrer Kirche Fledermäuse, so sind Renovierungsmaßnahmen so durchzuführen, dass die Fledermäuse hierdurch nicht beeinträchtigt werden. Meist ist dies ohne allzu große Schwierigkeiten möglich.
Bei Fortpflanzungskolonien gilt: Um jegliche Gefährdung von Jung- und Muttertieren auszuschließen, dürfen im Zeitraum von Anfang April (wenn sich die Wochenstuben bilden) bis Mitte August (wenn die Jungtiere ausgewachsen sind) keinerlei störenden, schweren, Lärm oder Vibrationen verursachenden Arbeiten, weder am bzw. im Quartier direkt noch am Baukörper, durchgeführt werden.
Gibt es in Ihrer Kirche Fledermausvorkommen, so ist für Renovierungsmaßnahmen eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung der zuständigen Behörden erforderlich (s.o.)! Diese legen auch notwendige Schutzmaßnahmen fest.
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Hinweis zur Rechtslage:
Wer Fledermäuse tötet, ihre Quartiere zerstört oder den Tieren sonstwie Schaden zufügt, verstößt gegen das Bundesnaturschutzgesetz (§ 42 BNatSchG) und macht sich strafbar!
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Auch wenn es in Ihrer Kirche keine Fledermäuse geben sollte*, ist Folgendes zu beachten:
Vorhandene Einflugöffnungen müssen erhalten bleiben. Verzichten Sie auf den Einsatz von Holzschutzmitteln!
Zu umweltschonenden, ungiftigen Holzbehandlungsmethoden wie dem Heißluftverfahren erhalten Sie Informationen bei Ihrem zuständigen Landratsamt oder bei :
Koordinationsstelle für Fledermausschutz Nordbaden Staatl. Museum für Naturkunde 76062 Karlsruhe Tel.: 0721/ 1752165.
* Hinweis: Die Entscheidung darüber, ob es in Ihrer Kirche Fledermäuse gibt, muss in jedem Falle einem Fledermausspezialisten überlassen werden. Für Laien ist diese Entscheidung meist nicht möglich!
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Typische „Kirchen-fledermäuse": eine Gruppe von Mausohren. Bild: Christian Dietz
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