Fledermausschutz in Haus & Garten

Einige der schwerwiegendsten Ursachen für die Gefährdung unserer heimischen Fledermäuse sind:

  • Mangel  an geeigneten Quartieren
  • vergiftete Nahrung
  • zu wenig Nahrung

Zwergfledermaus, erwachsenes Tier.
Bild: Christian Dietz

Für jeden, der etwas zum Schutz unserer Fledermäuse beitragen will, ist dies auch schon mit relativ geringem Aufwand möglich:

Schaffen Sie Fledermausquartiere am eigenen Haus und im Garten:

  • Geöffnete Fensterläden sowie von außen zugängliche Freiräume hinter Verschalungen  bieten von Frühjahr bis Herbst geeignete Quartiere für  Fledermausarten wie Zwerg- oder Bartfledermäuse.

  • Sollte Ihr Haus über einen unausgebauten Dachstuhl verfügen, so bietet  dieser ein hervorragendes Quartier für Mausohren oder Langohrfledermäuse. Tauben- und mardersichere Einflugsöffnungen für Fledermäuse lassen sich durch das Anbringen von Brettern an Fenstern oder den Einbau spezieller Dachziegel schaffen.

  • Im Garten können Holzstapel, Schuppen oder alte Bäume mit Baumhöhlen Quartiere für viele verschiedene Arten bilden.

Mögliche Fledermausquartiere am Haus und im Garten.
Bild: EA Dietz

Auf Anfrage erhalten Sie bei uns auch Konstruktionszeichnungen zur Schaffung von Fledermausquartieren am Haus.

Auch das Aufhängen von Fledermauskästen ist eine gute Möglichkeit. Diese sollten fest in einer Höhe von 4-5 m über dem Boden aufgehängt werden. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass sich keine Äste so in der Nähe des Kastens befinden, dass bewohnende Fledermäuse durch Katzen oder Marder gefährdet sind.

Zur farblichen Anpassung an die Farbe des Hauses können Fledermauskästen an der Außenseite gestrichen werden. Das Innere des Kastens sowie die Einflugröhre dürfen jedoch nicht mit Farbe behandelt werden!

Fledermauskästen sind teilweise bei lokalen Naturschutzgruppen, oder aber direkt bei den Herstellern erhältlich (Strobel-Naturwaren/ Firma Pröhl: Tel.: 034491/ 81877). Holzbetonkästen sind zwar etwa doppelt so teuer wie Holzkästen, halten aber wesentlich länger und weisen eine höhere Belegungswahrscheinlichkeit auf.

Verzichten  Sie in Ihrem Garten auf Insektenvernichtungsmittel!

Pflanzen sie in Ihrem Garten „Fledermauspflanzen".
Diese stellen eine wichtige Nahrungsquelle für nachtaktive Insekten dar, die wiederum Fledermäusen als Nahrung dienen. Beispiele dafür sind:

  • Blumen: Beinwell/ Borretsch, Frühlingsplatterbse, Rote und Weiße Lichtnelke, Phlox, Lilien, Ziertabak.

  • „Unkräuter": Fetthenne, Gemeine Nachtkerze, Lerchensporn, Goldlack, Echtes Seifenkraut, Immergrün, Wegwarte, Brennessel, Zaunwinde, Vogelwicke

  • Stauden: Seidelbast, Wildrose, Staudenphlox, Jelängerjelieber (Geißblatt)

  • Bäume und Sträucher: Birke, Erle, Feldahorn, Weide, Weißdorn, Hasel, Schlehe, Holunder, Sommerflieder

Legen Sie einen größeren Gartenteich an.

Dieser kann sowohl die Nahrungsgrundlage der Fledermäuse verbessern als auch zum Trinken genutzt werden.

Fledermauskästen am Haus und ein Fledermaus freundlicher Garten mit Teich, Wiese und Bäumen.
Bilder: Philipp Dietz

Unter Spaltenquartieren mit vielen Fledermäusen an der Hauswand kann es unter Umständen zu größeren Kotansammlungen kommen. Dieses Problem kann dadurch gelöst werden, dass in einem Abstand von ~70 cm unter der Ausflugsöffnung ein schmales Brett zum Abfangen des Kotes angebracht wird. Der Kot selbst ist ein hervorragender Blumendünger, ähnlich wie Guano von Vögeln.

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