Fledermäuse im Landkreis FDS

Die Aktivitäten der AG Fledermausschutz FDS konzentrieren sich auf die Bestandserfassung von Fledermausvorkommen in Sommer-, Winter- und Übergangsquartieren Diese Quartierdaten ermöglichen die Ausarbeitung wissenschaftlich fundierter Schutzmaßnahmen zur gezielten Sicherung von  Quartieren.

Dabei konnten seit 1990 17 Fledermausarten nachgewiesen werden. Die Große und die Kleine Hufeisennase, die bis in die 1960er Jahre insbesondere im Schwarzwald, aber auch im Großraum Horb anzutreffen waren, konnten nicht mehr nachgewiesen werden und sind in ganz Baden-Württemberg ausgestorben.

Flächendeckend im Landkreis kommen die Arten Großes Mausohr, Kleine Bartfledermaus, Wasserfledermaus, Fransenfledermaus, Bechsteinfledermaus, Großer und Kleiner Abendsegler, Breitflügelfledermaus, Zwergfledermaus, Rauhautfledermaus und Braunes Langohr vor, wobei sich deren Häufigkeit stark unterscheidet. Die Zwergfledermaus ist mit einigen Tausend Individuen mit Abstand die häufigste Art, Quartiere finden sich insbesondere hinter Verkleidungen an Privathäusern. Bestände von über 1000 Tieren im Landkreis haben das Große Mausohr und die Wasserfledermaus. Vom Großen Mausohr ist aktuell allerdings nur eine Wochenstube mit 250 - 550 Weibchen in Dießen bei Horb bekannt, eine zweite Wochenstube im Murgtal wurde mutwillig bei Ausbauarbeiten zerstört. Die Wasserfledermaus kann jagend über allen Gewässern des Landkreises angetroffen werden. In Spalten an Brücken finden sich große Männchenkolonien, Wochenstuben sind bis jetzt jedoch keine bekannt.

Weibchen des Kleinen
Abendseglers
mit Jungtier in Baumhöhle.
Bild: Christian Dietz

Zwergfledermaus.
Die kleinste heimische Fledermausart. Gewicht: 4-6 g.
Bild: Christian Dietz

Oben: Fransenfledermaus.
Unten: Braunes Langohr.
Bilder: Christian Dietz

Bestände mit einigen hundert Individuen gibt es bei der Kleinen Bartfledermaus und dem Braunen Langohr. Großer und Kleiner Abendsegler und die Rauhautfledermaus kommen auf dem Durchzug zwischen größtenteils östlich der Elbe gelegenen Sommergebieten und den im Südwesten liegenden Überwinterungsgebieten bei uns durch, Einzeltiere sind auch im Sommer und Winter bei uns anzutreffen. Von Fransen-, Bechstein- und Breitflügelfledermäusen sind nur Einzelquartiere mit wenigen Individuen bekannt.
In den tieferen Lagen des Landkreises um Horb kommt bis etwa  500 m Meereshöhe das
Graue Langohr vor. Von der im ganzen Land nahezu ausgestorbenen Mopsfledermaus gibt es auch bei uns nur noch Einzeltiere in der Umgebung von Eutingen, weitere frühere Vorkommen sind heute erloschen. Die letzten Quartiere sind Ziel von Schutzmaßnahmen.

Erst in den letzten Jahren wurde eine neue Fledermausart in Europa entdeckt, die
Mückenfledermaus, die der Zwergfledermaus zum Verwechseln ähnlich sieht. Quartiere sind bislang nicht bekannt, jagende Tiere konnten schon seit 1994 regelmäßig im Neckartal beobachtet werden.

Wimper-, Nord- und Zweifarbfledermaus wurden bisher  nur im Schwarzwald nachgewiesen. Die sehr seltene Wimperfledermaus kommt in Deutschland nur noch im Rheintal und Südbayern vor, der bundesweite Bestand liegt  bei wenigen tausend Tieren. Im Landkreis Freudenstadt überwintern alljährlich bis zu 30 Individuen, deren Quartiere in Schutzmaßnahmen gesichert werden. Die Nordfledermaus ist mit einigen hundert bis tausend Tieren die Charakterart des Nordschwarzwaldes, wo sie erstmals 1985 entdeckt wurde. Die Zweifarbfledermaus konnte nur mit Einzeltieren gefunden werden. 

Große Hufeisennase.
Bild: Christian Dietz

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