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Das Fledermausjahr
Die kalte Jahreszeit von Mitte/ Ende Oktober bis Anfang/ Mitte April verbringen unsere heimischen Fledermäuse im Winterschlaf. Dazu suchen sie Höhlen, Bergwerksstollen, alte Bierkeller oder Felsspalten auf, die eine dauerhafte Temperatur zwischen +1°C und +8°C und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen. Die wichtigsten Winterquartiere für die Fledermäuse des Landkreises Freudenstadt befinden sich im Schwarzwald und in den Höhlen der Schwäbischen Alb. Im Winterschlaf lassen Fledermäuse ihre Körpertemperatur von den im aktiven Zustand üblichen ~38°C auf die Umgebungstemperatur von +1bis +8°C abfallen. Hierdurch werden alle Stoffwechselvorgänge im Körper der Tiere stark verlang-samt. Dies ermöglicht es den Fledermäusen, die Wintermonate, in denen sie keine Insekten jagen können, zu überleben.
Sobald es wieder wärmer wird, verlassen die Tiere im Frühjahr ihre Winterquartiere und suchen andere Quartiere auf. Diese können sich in Baumhöhlen, hinter abstehender Rinde, aber auch in und an Gebäuden hinter Fensterläden, Holzverschalungen oder auf nicht ausgebauten und ungenutzten Dachstühlen befinden.
Ab April bilden sich dann die Wochenstuben, die Fortpflanzungskolonien der Fledermäuse. Diese können bis zu mehreren hundert erwachsene Weibchen umfassen. Die erwachsenen Männchen leben in dieser Zeit einzeln oder in kleinen Männchengruppen.
In den Wochenstuben kommen gegen Mitte Juni die Jungen zur Welt, bei den meisten Arten ein Junges pro Weibchen und Jahr. Einige wenige Arten gebären auch Zwillinge. Nach 4 bis 6 Wochen sind die Jungen ausgewachsen. Sie gehen nun schon selbständig auf die Jagd.
Im Spätsommer beginnen die Tiere, sich einen Fettvorrat anzufressen, um den kommenden Winterschlaf überleben zu können.
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